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PU-Harze & Platinsilikone für Prototypen und Kleinserien
Werkstoffe gezielt auf Härte, Elastizität, Oberfläche und späteren Einsatz abstimmen
Waltl Design verarbeitet Polyurethan-Gießharze und Platinsilikone für Funktionsbauteile, Prototypen, Dichtungen und technische Kleinserien.
Je nach Anwendung lassen sich Eigenschaften wie Härte, Elastizität, Farbe und Oberflächenwirkung gezielt auf das Bauteil abstimmen.
Entscheidend ist dabei nicht nur, ob sich ein Material verarbeiten lässt, sondern ob seine Eigenschaften zur späteren Funktion und Belastung des Bauteils passen.

PU-Harze – vielseitig für technische Prototypen & Kleinserien
Polyurethan-Gießharze können je nach Materialsystem sehr unterschiedliche mechanische Eigenschaften abbilden – von elastisch und zäh bis hin zu steif und formstabil.
Dadurch eignen sie sich für Funktionsbauteile, technische Prototypen und Kleinserien, bei denen nicht nur die Optik, sondern auch das spätere Verhalten des Bauteils eine Rolle spielt.
Technische Merkmale unseres Standardharzes
- Technische Datenblätter auf Anfrage verfügbar
- Zäh, formstabil und ABS-ähnlich im mechanischen Verhalten
- Bis etwa 60 °C formstabil – abhängig von Bauteilgeometrie und Belastung
- Durchgefärbt, dadurch fallen kleinere Kratzer weniger auf
- RAL 7016 Anthrazitgrau als bewährte Standardfarbe
- Weitere Farben und Materialeigenschaften projektbezogen möglich
Hinweise zu Maßhaltigkeit und Farbe
Bei der Fertigung in Silikonformen entstehen verfahrensbedingte Toleranzen. Die erreichbare Maßhaltigkeit hängt unter anderem von Bauteilgröße, Geometrie, Material und Formaufbau ab.
Kritische Maße und Toleranzen sollten deshalb bereits vor der Fertigung abgestimmt werden.
Bei hellen PU-Farben kann sich unter längerer UV-Einwirkung die Farbwahrnehmung verändern. Dunkle Farbtöne sind hierbei in der Regel unempfindlicher.

Materialeigenschaften und Vergleich
Je nach PU-System lassen sich unterschiedliche mechanische Eigenschaften abbilden. Zur Orientierung können diese Eigenschaften mit bekannten Serienkunststoffen verglichen werden:
- ABS-ähnlich: zäh, formstabil und für viele technische Funktionsbauteile geeignet
- PP-ähnlich: flexibler und schlagzäher
- PA-ähnlich: zäh und mechanisch belastbar
- PC-ähnlich: steif und widerstandsfähig
Diese Bezeichnungen dienen ausschließlich als technische Orientierung. Ein PU-Gießharz ersetzt den jeweiligen Serienkunststoff nicht vollständig und besitzt eigene Materialkennwerte.
Welches System geeignet ist, hängt von Belastung, Temperatur, Geometrie und späterem Einsatz des Bauteils ab.

PU-Bauteile mit Inserts und Einlegeteilen
In PU-Bauteile können Inserts aus Metall, Kunststoff oder anderen geeigneten Werkstoffen direkt beim Gießen integriert werden. In der Form werden diese über Fixierschrauben sicher positioniert, damit Lage und Ausrichtung während des Gießvorgangs erhalten bleiben.
So lassen sich Buchsen, Befestigungspunkte und andere funktionale Elemente direkt mit dem PU-Bauteil verbinden.
Bei geeigneten Anwendungen können wir auch Schraubgewinde direkt im PU mitgießen. Dadurch kann auf eine zusätzliche Metallhülse verzichtet werden. Je nach PU-System und Anwendung kann das Material zudem eine klemmende Wirkung auf die Schraube erzeugen und damit die Schraubensicherung unterstützen.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Belastung, Montagehäufigkeit, Geometrie und verwendetem PU-System ab.
Platinsilikone für anspruchsvolle Dicht- und Formteile
Platinsilikone eignen sich besonders für elastische Dichtungen, flexible Funktionsteile und komplexe Geometrien mit Hinterschneidungen oder unterschiedlichen Bauteildicken.
Je nach Silikonsystem lassen sich Shore-Härte sowie thermische und chemische Eigenschaften gezielt auf die spätere Anwendung abstimmen.
Gerade bei hochviskosen Platinsilikonen wird die Formfüllung schnell zum entscheidenden Prozessschritt. Hier kommt unsere eigene Differenzdrucktechnik zum Einsatz.
Eigene Differenzdrucktechnik für anspruchsvolle Gießsysteme
Für hochviskose Platinsilikone und zähe PU-Systeme reicht klassischer Vakuumguss nicht immer aus. Waltl Design arbeitet deshalb mit einer eigenen Vakuumtechnik mit getrennt regelbarer oberer und unterer Kammer.
Nach dem Evakuieren können beide Kammern voneinander getrennt werden. Während in der unteren Kammer weiterhin ein starkes Vakuum anliegt, kann die obere Kammer gezielt wieder mit Luft beaufschlagt werden.
So entsteht ein definierter Differenzdruck, der das Material bei der Formfüllung unterstützt – besonders bei zähen Werkstoffen, langen Fließwegen, Hinterschneidungen und komplexen Geometrien.
Die Druckdifferenz wird dabei an das Fließverhalten des jeweiligen Materials angepasst.
Bei hohen Differenzdrücken setzen wir auf formstabile CNC-gefräste Formen, häufig aus Aluminium. Das unterstützt zugleich eine kontrollierte Weiterverarbeitung und Temperung.

Praxis: 550-mm-Platinsilikon-Dichtung im Differenzdruckverfahren
Für eine chemie- und temperaturbeständige Runddichtung mit 550 mm Durchmesser und ca. 50 mm Bauhöhe wurde ein speziell abgestimmtes Platinsilikon mit etwa Shore A 65 verarbeitet.
Die Dichtung besitzt unterschiedliche Höhen, Durchbrüche und Hinterschneidungen. Rund 2,5 kg Silikon mussten deshalb eine komplexe CNC-gefräste Aluminiumform sicher und vollständig füllen.
Während des etwa 20-minütigen Füllvorgangs blieb in der unteren Kammer kontinuierlich Vakuum bestehen, während die obere Kammer bis in Richtung Atmosphärendruck gebracht wurde.
Das Ergebnis war eine vollständig gefüllte, homogene Dichtung ohne sichtbare Lufteinschlüsse. Nach erfolgreicher Bemusterung konnte eine Kleinserie von 60 Stück gestartet werden.
🧪 Platinsilikon – wenn Elastizität und Beständigkeit entscheiden
Platinsilikon ist sinnvoll, wenn ein Bauteil dauerhaft elastisch bleiben, sauber abdichten oder besondere thermische und chemische Anforderungen erfüllen muss.
Typische Gründe für Platinsilikon sind:
• Dichtungen und flexible Funktionsteile
• komplexe Geometrien und Hinterschneidungen
• definierte Shore-Härten
• erhöhte Temperatur- oder Chemikalienbeständigkeit
Welches Silikonsystem eingesetzt wird, richtet sich immer nach der konkreten Anwendung.
⚙️ PU-Harz – wenn mechanische Eigenschaften im Vordergrund stehen
PU-Gießharze eignen sich besonders für formstabile, zähe oder elastische Funktionsbauteile, Prototypen und Kleinserien.
Je nach PU-System lassen sich unterschiedliche Eigenschaften einstellen:
• ABS‑, PP‑, PA- oder PC-ähnliches Verhalten
• unterschiedliche Härten und Elastizitäten
• integrierte Inserts oder Gewinde
• durchgefärbte technische Bauteile
Die Materialauswahl richtet sich nach Belastung, Temperatur, Geometrie und späterem Einsatz.
Sie wissen, was Sie brauchen – wir wissen, wie man es umsetzt.
Ob Kleinserie, Ersatzteil oder Prototyp: Senden Sie uns eine Anfrage, ein CAD-Modell oder eine Skizze.
Wir prüfen, welches Material und welches Fertigungsverfahren für Ihre Anwendung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Sie sind noch in der Materialauswahl? Dann unterstützen wir Sie bei der Entscheidung zwischen PU-Harz, Platinsilikon oder einem anderen geeigneten Verfahren.
🧩FAQ – PU-Harze & Platinsilikone
Wann ist PU-Harz und wann Platinsilikon sinnvoll?
PU-Harz eignet sich für formstabile, zähe oder elastische Bauteile. Platinsilikon ist besonders für Dichtungen, flexible Bauteile sowie thermisch oder chemisch anspruchsvolle Anwendungen geeignet.
Welche Materialeigenschaften lassen sich einstellen?
Je nach System können Härte, Elastizität, Zähigkeit, Farbe und Oberfläche angepasst werden.
Was ist das Differenzdruckverfahren?
Dabei werden obere und untere Kammer getrennt geregelt, sodass eine gezielte Druckdifferenz die Formfüllung unterstützt.
Eignen sich PU-Harze für Kleinserien?
Ja. PU-Gießharze eignen sich für Prototypen, Vorserien und technische Kleinserien.
Können Inserts oder Gewinde direkt integriert werden?
Ja. Inserts aus Metall, Kunststoff oder anderen geeigneten Werkstoffen können direkt eingegossen werden. Bei geeigneten Anwendungen lassen sich auch Gewinde direkt im PU mitformen.